Ende der Monarchie
Im Laufe der Zeit erlebte die Monarchie zahlreiche Umbrüche, die ihre Legitimität und ihren Fortbestand in Frage stellten. In Frankreich kam die Wende mit Ludwig XIV, dem sogenannten Sonnenkönig, der durch seine absolute Herrschaft indirekt zur Französischen Revolution und dem Ende der Monarchie in Frankreich beitrug. Auch in England wurde die Legitimation der Monarchie bereits im 13. Jahrhundert in Frage gestellt. Schon damals gab es Opposition gegen das Königshaus, die bis heute anhält. In diesem Beitrag wird sowohl über das Ende der Monarchie in Frankreich eingegangen als auch eine Hypothese zur Opposition gegen die englische Monarchie entwickelt.
„Der Staat bin ich“ – König Ludwig XIV
Die Französische Revolution war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie. Ihre Ziele und Erfolge wurden bereits im Artikel “Der Weg zur Demokratie“ beschrieben. Die Gründe für den Volksaufstand bleiben jedoch offen.
Der Grundstein für die Französische Revolution wurde bereits unter König Ludwig XIV gelegt. Nach dem Tod seines Vaters wurde Ludwig schon im Alter von 5 Jahren zum König von Frankreich gekrönt. Aufgrund seines jungen Alters übernahm seine Mutter mit Unterstützung des Kardinals Mazarin die Regierungsgeschäfte. Mit 16 Jahren wurde der König in die Politik eingeführt und mit 22 Jahren übernahm er selbst die Regierung.
Unter seiner Herrschaft entstand die absolute Monarchie. Er allein verfügte über die gesamte Staatsgewalt und wurde damit zu bedeutendsten Vertreter des Absolutismus. Der Absolutismus ist eine Staatsform, in der das Staatsoberhaupt immer ein Monarch ist und allein die absolute Macht ausübt. Er erlässt Gesetze, an die er nicht gebunden ist und ist zugleich oberster Richter. Später wählte Ludwig die Sonne als Symbol seiner Herrschaft, da er glaubte, er allein sei der Mittelpunkt Frankreichs so wie die Sonne der Mittelpunkt des Sonnensystems ist. Er wurde in Europa als “Sonnenkönig“ bekannt.
Ein großer Fehler Ludwigs war, dass er die Macht des Adels und des Parlaments beschränkte. Außerdem wählte er seine Minister selbst aus, um sich beraten zu lassen. Er stellte die Krone in den Mittelpunkt des Staates. Das Schloss von Versailles wurde unter Ludwig XIV erweitert. Allein das Hauptgebäude hatte 700 Zimmer und konnte 10.000 Bewohner beherbergen. Im Zentrum des Schlosses befand sich das Schlafzimmer des Sonnenkönigs. Ein wichtiger Aspekt ist, dass auch der Adel im Schloss lebte. Diese Tatsache ist wichtig und wird oft als nebensächlich betrachtet. Der Grund dafür ist, dass Ludwig den Einfluss der Adligen auf Frankreich und ihre Angelegenheiten besser kontrollieren konnte. Obwohl sie ein luxuriöses Leben führten, waren ihre Macht und Freiheit stark eingeschränkt. Die Folge war ein Verlust an Loyalität gegenüber dem Königshaus.
Unter Ludwig führte Frankreich eine ganze Reihe von Kriegen, die Reunionskriege. Zuerst kämpfte er gegen Spanien, um einen Teil der Spanischen Niederlande zu erobern, was ihm auch gelang. Den nächsten Krieg, auch der Holländischer Krieg genannt, führte er gegen die Holländer, die von Brandenburg, das Heilige Römische Reich, Spanien und England unterstützt wurden. Der Grund dafür war, dass die anderen europäischen Nationen gegen eine Ausweitung französischer Macht waren. Immer mehr europäische Staaten verbündeten sich gegen Frankreich. Dennoch blieb Frankreich die bedeutendste Macht seiner Zeit in Europa. Die Ausgaben für den Krieg und für den Ausbau von Schloss Versailles trieben Frankreich schließlich in den Ruin. Als Ludwig im Jahr 1715 in Versailles starb, stand das Land vor dem Bankrott.
Hundert Jahre später war dies immer noch zu spüren, als die französische Bevölkerung arm und unglücklich war und sich auflehnte. Die Französische Revolution führte zum Ende der Monarchie in Frankreich.
Ein wichtiger Grund für den Sturz der Monarchie, den ich besonders hervorheben möchte, ist die Bedeutung des Adels in einer Monarchie. Durch Ludwigs Fehler, den Adel zu entmachten, gewann er zwar mehr Macht über Frankreich, verlor aber die Unterstützung des Adels. Wenn der Adel die königliche Familie nicht mehr unterstützt, ist das Ende der Monarchie schon absehbar. Das ist im 19. Jahrhundert in Frankreich passiert und es passiert auch jetzt in England mit seiner konstitutionellen Monarchie.
Vergleich: Marie Antoinette und Prinzessin Diana
Ein weiterer Vergleich, den ich anführen möchte, ist der zwischen Marie Antoinette und Prinzessin Diana. Marie Antoinette kam am 14. Mai 1770 als Dauphine nach Frankreich und führte ein luxuriöses Leben. Acht Jahre nach ihrer Hochzeit mit Louis Auguste bekam das Königspaar sein erstes Kind. Marie verabschiedete sich von ihrem Partyleben und ging in ihrer Rolle als Mutter auf. Doch ihre jugendliche Verschwendungssucht blieb im Volk unvergessen und sorgte für viel Unmut. Zahlreiche Affären wurden ihr nachgesagt und die Königin zog sich ins Privatleben zurück, was den Adel verärgerte. Sie verbreiteten auch falsche Gerüchte im Volk. Die Hungersnot von 1789 veranlasste die Bevölkerung, in Versailles einzudringen und die Königin zu ermorden. Die königliche Familie zog sich daraufhin nach Paris zurück. Eine von einem Freund der Königin geplante Flucht scheiterte und die Familie wurde nach Paris zurückgeschickt. In den folgenden Jahren erlebte die Königin viel Gewalt und Missbrauch durch die Bevölkerung. Als ihre Freundin Prinzessin de Lamballe nach Frankreich zurückkehrte, um Marie Antoinette zu unterstützen, wurde sie Opfer eines Mobs, der verschiedene Teile ihres Körpers und ihren Kopf auf Pieken aufspießte und die Königin zwang, ihre Freundin ein letztes Mal zu sehen.
Marie Antoinette und die gesamte königliche Familie erhielten keinerlei Unterstützung von ihren Adligen und als sie aus Frankreich fliehen wollten, war es ein schwedischer Graf, der die Planung für die Flucht plante.
Auch das britische Königshaus erhielt kaum Hilfe von seinen Aristokraten. Sie waren nicht in der Lage, eine geeignete junge Frau aus einer aristokratischen Familie für die Thronfolge zu finden. Obwohl Prinzessin Diana aus einer solchen Familie stammte, wurde ihr das Leben im Königshaus nicht erleichtert.
Wie Marie Antoinette, kam auch Lady Diana als junge Frau an den Hof und sollte auch wie Marie Antoinette den Thronfolger heiraten. Der traumhafte Anfang von Diana und Charles und das tragische Ende sind allgemein bekannt. Seit dem Beginn ihrer Beziehung stand Diana im Fokus der Presse. Durch die ständigen Beobachtungen und Verfolgung ihres Lebens, verlor die Prinzessin ihre Privatsphäre. Die Medien waren mehr an Skandalen als an der Wahrheit interessiert und verbreiteten auch oft falsche Gerüchte über sie, was zu Essstörungen und emotionaler und psychische Belastung führte. Aber auch nachdem Diana offen über ihre Probleme sprach, zeigte die Presse wenig Mitleid, und sensationalisierte diese Information häufig. Der tragische Tod von Diana im Jahr 1997, der das Ergebnis einer Hetzjagd der Presse war, führte zu einer Diskussion über die Mitschuld der Medien und viele ethische Fragen. Aber auch dieser Unfall war ein gefundenes Fressen für die Presse. In den nächsten Wochen waren Diana und ihr Erbe ein heißes Thema.
Zu unserem Bedauern gibt es viele Menschen, die diese wunderbaren Eigenschaften als Schwäche ansehen. Dianas Offenheit war etwas, auf das die Presse gewartet hatte. Während der Rest der britischen Königsfamilie es vorzog, sich von der Öffentlichkeit fernzuhalten, trat Diana oft ins Rampenlicht. Sie zeigte Mitgefühl für Menschen, die schwere Zeiten in ihrem Leben durchmachten und kommunizierte gerne mit Menschen.
Möglicherweise war die Motivation für die ständigen Attacken auf Diana die Abschaffung der Monarchie. Betrachtet man die Geschichte Großbritanniens und seine Abneigung gegen die Monarchie, so ist diese Überlegung durchaus denkbar. Wenn wir diesem Gedanken folgen, können wir verstehen, warum die Medien ausgerechnet Diana als Zielscheibe gewählt haben. Sie war eine junge hübsche Frau, die eine enge Beziehung zum Prinzen hatte. Hinzu kamen ihre Intelligenz, ihre Beliebtheit und ihre Nähe zum Königshaus. Es ist gut möglich, dass Diana aufgrund ihrer Stellung im Königshaus und in der Öffentlichkeit zur Zielscheibe von Antimonarchisten wurde.
Der fehlende Rückhalt in der Adelsgesellschaft und der Druck aufgezwungen von der Presse, führten zu Dianas tragischem Unfall in Paris.
Die Monarchie in England
Die Magna Carta Liberatum war ein Dokument, das den Bürgern Großbritanniens mehr Freiheit und dem Gesetz die oberste Gewalt verlieh. Diese wichtige Urkunde wurde im 13 Jahrhundert von König Johann unterzeichnet und schränkte die Macht des Monarchen ein. Es war der erste Schritt zur konstitutionellen Monarchie, die 1689 durch die Bill of Rights gefestigt wurde.
Die Magna Carta Liberatum ist bis heute noch ein wichtiges Dokument der britischen Verfassung. Richard Löwenherz war damals Gefangener des österreichischen Herzogs Leopold V. Österreich war während des dritten Kreuzzuges Feindesland des englischen Königs. Auch auf den französischen König Philipp August war er nicht gut zu sprechen, da Löwenherz sich weigerte, Philipps Halbschwester zu heiraten. Österreich und Frankreich nutzten die Gunst der Stunde und forderten 23 Tonnen Silber für die Freilassung Richards. Die Zahlung des Lösegelds stürzte England in eine wirtschaftliche Krise. Die Steuern wurden erhöht und es herrschte große Armut. Bürger und Adel waren unzufrieden und forderten ein Mitspracherecht in der Regierung. 1215 wurde die Magna Carta unterzeichnet. Es ist ein Vertrag zwischen Bürgern und König, der die Freiheit der Bürger garantiert und den König legitimiert. Letzteres ist von großer Bedeutung und vielleicht der Grund, warum die britische Monarchie bis ins 21 Jahrhundert bestehen bleibt. Ein Vertrag braucht zwei Vertragspartner, in diesem Fall ist sind es die Bürger und den König und wenn die Monarchie in England abgeschafft würde, bräuchte man eine neue Verfassung. Es wäre nicht das erste Mal, dass man eine neue Verfassung braucht, weil man vorher die Monarchie abgeschafft hat. So war es in Frankreich nach der Französischen Revolution und die Menschen wussten nicht. worauf was sie sich berufen sollten. Kurz gesagt, in Frankreich herrschte zu dieser Zeit ein großes Chaos. Ein Chaos, das man lieber vermeiden möchte.
Das überwiegend protestantische englische Parlament sah sich im 17. Jahrhundert durch die absolute Herrschaft König Karls I. und seine Sympathie für den Katholizismus bedroht. Die ständigen Auseinandersetzungen zwischen König und Parlament führten 1642 zum englischen Bürgerkrieg, der 1649 sein Ende mit der öffentlichen Hinrichtung von Karls I. und der Gründung einer Republik endete.
Nach der Wiederherstellung der Monarchie 1660 unter Karls II. kam es erneut zu Konflikten zwischen Parlament und König wieder auf. Unter der Regierung von Jakob II. kam es 1688 zur Glorreichen Revolution. Das Parlament unterstützte eine Regierung unter dem protestantischen Herrscher Wilhelm III. von Holland, dem Schwiegersohn von Jakob II. Doch bevor Wilhelm König von England werden könnte, musste er die Bill of Rights unterzeichnen, ein Dokument, das die Macht des Monarchen einschränkte. Die Macht des Königs nahm ab, während die Kontrolle des Parlaments zunahm. Die konstitutionelle Monarchie war geboren und besteht bis heute. Dieses Dokument gilt als Grundlage der allgemeinen Völker- und Menschenrechte.
Betrachtet man die Geschichte der englischen Monarchie kann man feststellen, so lässt sich feststellen, dass die Opposition gegen das britische Königshaus Jahrhunderte zurückreicht. Unabhängigkeit, Mitspracherecht und begrenzte Macht des Königs/ der Königin waren in der Vergangenheit die Gründe für die Entstehung einer konstitutionellen Monarchie. Im 21. Jahrhundert sind jedoch viele Bürgerinnen und Bürger im für die Abschaffung der Monarchie.
Unter Königin Elisabeth II. waren öffentlichen Proteste waren undenkbar. Mit Charles und Camilla an der Spitze der königlichen Familie sind Proteste keine Seltenheit mehr. Viele argumentieren, die Monarchie sei veraltet und die Thronfolge widerspreche demokratischen Werten. Dieses Argument wäre gerechtfertigt, wenn die Monarchie keine konstitutionelle Staatsform wäre. Seit einiger Zeit spielen der König oder die Königin kaum noch eine aktive Rolle in der Politik mehr, sondern erfüllen nur noch repräsentative Aufgaben. Allerdings ist zu beachten, dass es den Kings‘ Consent gibt, der es dem Monarchen ermöglicht, Einfluss auf den Gesetzgebungsprozess nehmen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der enorme Reichtum der Königsfamilie, der auch durch Steuergelder finanziert wird, den Mitgliedern viele Privilegien garantiert, die Teilen der Bevölkerung verwehrt bleiben. Dies führt zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit und der Ungleichheit.
Aber die Briten scheinen zu vergessen, dass es ohne ihren König oder ihre Königin nichts in ihrer Verfassung steht, was es regelt. Ich habe diesen Punkt in einem der vorhergehenden Absätze ausgeführt, deshalb gehe ich auf einen anderen Punkt näher ein. Die Monarchen Englands haben im Laufe ihrer Herrschaft, wenn auch oft widerwillig, Teile ihrer Macht an das Parlament bzw. an das Volk abgegeben. Die Gründe dafür waren, die Aufrechterhaltung der Monarchie und die Verhinderung einer Revolution. Im 21. Jahrhundert macht König Charles nichts anderes. Er verzichtet zum Wohle des Volkes auf viele Machtansprüche und fordert nichts zurück. Bei Angriffen oder hasserfüllten Kommentaren verzieht er nie eine Miene und wirkt freundlich und sanft. Man sollte Charles als rechtmäßigen König anerkennen und schätzen. Die englische Monarchie ist eine der ältesten der Welt. Deshalb sollte man die Leistungen von Charles und seinen Vorgängern anerkennen und nicht schlecht reden.
Quellen:
Ludwig XIV und der Adel:
ludwig-xiv.de (Zugriff: 31.07.2025)
cparici.com (Zugriff: 31.07.2025)
wissen.de (Zugriff: 31.07.2025)
Marie Antoinette:
parismarais.com (Zugriff: 31.07.2025)
Prinzessin Diana:
wired.com (Zugriff: 31.07.2025)
Britische Monarchie:
focus.de (Zugriff: 31.07.2025)
Foto:
Foto von Ingo Joseph auf Pexels (Zugriff: 31.07.2025)